Giro d`Italia
Matera
03.05.26

Standortbegehung
Wie üblich haben wir am Morgen nach der Ankunft das Reisziel abgelaufen und Kurzskizzen angefertigt. Mittags waren wir mit den Studierenden verabredet und wollten zuvor die inhaltlichen Ziele der einzelnen Etappen festgelegt haben.
An einer stillen Gassenkreuzung, an der wir auf unseren Schemeln hockend skizzierten, kam ein Herr mit Hund auf uns zugesteuert und bot uns einen Café an. Einige Minuten später brachte er ein gedecktes Tablett aus seinem Haus und servierte uns Espresso mit Biscotti. Die Tassen war fürsorglich aus Pappe, so dass wir weiterhin ungestört unsere Arbeit verrichten konnten. Statt einer Flasche, wie beim Giro Italia, hatte uns ein Zuschauer einen Café zugesteckt.
Der Ablauf des ersten Tages gilt dem Ziel die Teilnehmer mit der Zeichenmethode vertraut zu machen, die ich über die Jahre für enge Stadträume mir angewöhnt hatte. Wir haben in den engen Gassen vertikale Bildausschnitte ausgesucht. Dieses Motiv beschränkt sich auf steile Fassaden, die oben durch einen markanten Himmelsausschnitt und unten durch den Boden begrenzt sind. Diese schablonenförmigen Bildteile lassen sich leicht verstehen und sind hilfreich die das Gesichtsfeld umschließende Perspektive in den Griff bekommt. Indem wir den Blick auf das Ganze lenken, versuchen wir das übliche additive Fügen der Ansichten zu verhindern. Für gewöhnlich beginnen ungeübte Zeichner relativ zufällig irgendwo auf ihrem Blatt und kämpfen sich danach durch das Motiv. Die Komposition gerät meistens aus dem Blick, oder ist zuvor nicht bedacht worden. Es geht um die Bedeutung einer Bildidee.
Der sonnige Tag half den Blättern Plastizität und der Haut Röte zu verleihen. Beides sah nach dem ersten Nachmittag schon vielversprechend aus.







Fotos Constantin Weber










