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Giro di ritirata

Am Morgen der Abreise war die Sonne wieder in die Stadt zurückgekehrt, fast so als servierte Matera uns ein Dessert zum Abschied. 

Wir flogen am Nachmittag zurück nach Deutschland, Zeit genug die Stadt ein letztes Mal entspannt zu durchmessen. Das Wetter lud ein auf den Grund der wilden Schlucht zu wandern und die Stadt von der gegenüberliegenden Seite zu betrachten.

Giro Cartolina

Schon in der Nacht konnte ich den Regen hören. Am Morgen wurde es nicht wirklich hell und vor dem Fenster zogen Wolkenfetzen durch die Schlucht.

Am Tag zuvor konnte man erleben wie feucht unser Papier wurde, sogar wenn wir von oben geschützt waren. Insofern war an das Zeichnen im Freien nicht zu denken. Der Wind drückte den Regen bis unter die Torbögen. Für Tage wie diese hatte ich vorgesorgt und vor der Reise aus Zeichenkarton einen Stapel Blanko-Postkarten geschnitten.

Giro panoramico

Bedeckter Himmel und eine Luftfeuchtigkeit die man auch mit Niesel bezeichnen könnte empfing uns, als wir unsere Wohnung verließen. Dieser Tag war sinnbildlich als die Kür der Exkursion geplant, wir wagten uns an die Gesamtansichten der Stadt.

Wir wählten die Ansichten sorgfältig aus, ein lohnender Vordergrund vor einer gute gestaffelten Häuserlandschaft. Nach wenigen Strichen merkte ich wie feucht mein Papier war.

Giro del ponte

An unserem freien Tag hatten sich die meisten Studierenden für einen Giro al mare entschieden und reisten mit dem Zug nach Bari, um den Tag dort in der Altstadt, oder am Meer zu verbringen. Wir hatten uns verabredet zu dritt nach Gravina di Puglia zu fahren, um dort den Aquädukt von Gravina zu zeichnen. Eine Gruppe von 6 Studierenden hatte sich entschieden auch nach Gravina zu fahren und so trafen wir uns mit ihnen an der neuen Stazione Centrale.

Giro campagna

Am Morgen des dritten Tages erwachte ich durch die Rufe der Dohlen in der aufkommende Dämmerung. Unsere gemietete Wohnung lag spektakulär in den Hang der Schlucht gebaut und das Fenster meines Zimmers schaute direkt in den Schlund des Abgrundes . Ich musste nur ein bisschen im Bett vorrücken, um meine erste Zeichnung des Tages von der Bettkante aus zu machen.

Giro Piazetta

Der Morgen war klar und sonnig, auf unserem Weg zu einem geeigneten Frühstücksort einigten wir uns auf eine einige Motivstandorte. Das eigentliche Problem war es sich im Labyrinth der Stadt Positionen merken zu können,  die man problemlos wiederfand. An diesem Tag stand an die eingeführte Technik behutsam zu erweitern.

Giro d`Italia 

Wie üblich haben wir am Morgen nach der Ankunft das Reisziel abgelaufen und  Kurzskizzen angefertigt. Mittags waren wir mit den Studierenden verabredet und wollten zuvor die inhaltlichen Ziele der einzelnen Etappen festgelegt haben.

An einer stillen Gassenkreuzung, an der wir auf unseren Schemeln hockend skizzierten,  kam ein Herr mit Hund auf uns zugesteuert und bot uns einen Café an. Einige Minuten später brachte er ein gedecktes Tablett aus seinem Haus und servierte uns Espresso mit Biscotti. Die Tassen war fürsorglich  aus Pappe, so dass wir weiterhin ungestört unsere Arbeit verrichten konnten. Statt einer Flasche, wie beim  Giro Italia, hatte uns ein Zuschauer einen Café zugesteckt.