Giro panoramico
Matera
07.05.26

Horizonterweiterung
Bedeckter Himmel und eine Luftfeuchtigkeit die man auch mit Niesel bezeichnen könnte empfing uns, als wir unsere Wohnung verließen. Dieser Tag war sinnbildlich als die Kür der Exkursion geplant, wir wagten uns an die Gesamtansichten der Stadt.
Wir wählten die Ansichten sorgfältig aus, ein lohnender Vordergrund vor einer gute gestaffelten Häuserlandschaft. Nach wenigen Strichen merkte ich wie feucht mein Papier war. Der Bleistift verhielt sich anders als sonst und wehrte sich. Strich und Zeichner versuchten mit wenige Erfolg sich anzufreunden. Nach meiner Demozeichnung legten alle Teilnehmer konzentriert los.

Man konnte spüren, wie es einige genossen für diese Zeichnung mehr Zeit zur Verfügung zu haben. Die Ergebnisse überraschten mich, man sah wirklich gute Abstraktionen des vielteiligen Motivs. Ich war mit den Blättern der Studierenden zufriedener als mit meinem eigenen. Das Blatt war nass und ich zu fahrig in der kurzen Zeit zwischen Demozeichnung und Konsulationsrunde. Der Wind fegte wiederholt Material in tiefer gelegene Straßen, begleitet von verschiedenen Rettungsaktionen. Ich beschloss die Niederlage anzunehmen und meinen Kollegen zur nächsten Demozeichnung zu „überreden“.

Er zeichnete die zweite Ansicht vor. Danach genoss ich es mich der vorgeschlagenen Methode anzuschließen und die Technik zu imitieren. Der Methodenwechsel hatte eine belebende Wirkung, das ins Schlingern geratene Mobil war unter Kontrolle. Gegen Nachmittag wurde es heller. Wir zeichneten ein Panorama des Stadtfelsen mit Höhlenkirche und fakultativ zur Wahl gestellt eine Kurzskizze einer sonnigen Rampe.
Mein Resume des Tages fiel ambivalent aus. Ich war mit den Ergebnissen zufrieden, wir hatten Gesamtansichten gut getroffen und Matera zeichnerisch übersetzt. Andererseits machte mich das Verhältnis zwischen investierter Zeit zu der Anzahl der gezeichneten Blätter etwas nervös, in der Regel zeichne ich gern schneller. Gut Ding will Weile haben, das Ziel der Exkursion war gut bewältigt worden Matera als Gesamtansicht zeichnerisch zu lösen.
Für den nächsten und letzten Tag sah ich uns deshalb durch die Stadt streifen und dabei möglichst viele Kurzskizzen anzufertigen…









SW-Fotos Carl Constantin Weber

