Carl Constantin Weber

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„von Tanke zu Tanke“, der ESK-PZF-Preis, „da ist das Ding!“

Der ESK-PZF-Preis ist endlich fertig!
Seit Jahren findet, pünktlich zur Mittsommernacht, an der Havelchaussee zu Berlin, das härteste und umkämpfteste Paarzeitfahren der hauptstädtischen Radsportszene statt. Inzwischen zieht es das Umland von Berlin mit in seinen Bann.
Ausgerichtet wird dieses Rennen vom traditionsreichen Berliner Radsportclub ESK. Übersetzen läßt sich dieses Kürzel auch. Ausgesprochen lautet der Name Eisenschweinkader Berlin. Der verstaubte Zungenschlag dieses Namens, er erinnert an „Sechstagerennen“, „Hertha“, „Molle“ und „Zille“, ist durchaus programmatisch zu verstehen.
Auf der Berliner Havelchaussee, die den alten Westberlinern als DIE Promeniermeile für ihr Käfercabrio, oder den Opel Senator galt und auf der ein legendäres Autofahrverbot zum WE eingerichtet war, als es in dieser Inselstadt noch einen rotgrünen Senat gab, findet also, kurz vor Sonnenuntergang, das Rennen gegen die Uhr statt.
In diesem Jahr ist es der 28. Juni 2017, 19:00 Uhr.
In diversen Startklassen wird angetreten. Hat das Rennen offiziell einen humorigen und folkloristischen Anspruch, so ist es unter der Oberfläche stillschweigend zur ultimativen Messlatte des herrschenden Leistungsvermögens der Radsportszene des Umlandes geworden. Jeder der dort startet stellt sich den spöttischen und mokanten Blicken seiner Mitstreiter. Während also die eine Hälfte sich ca. 25-30 Minuten an der Ohnmachtsgrenze kratzend auf der Strecke schindet, so steht die andere Hälfte der Sportler Biertrinkend (an der Ohnmachtsgrenze) an der Strassenkreuzung und wartet darauf, dass geliefert wird. Manch einer versucht diesem Druck zu entgehen, indem er in einer selbst erfundenen Leistungsklasse startet (starten ist besser als kneifen) und z.B. mit dem Lasten-, oder Hollandrad fährt, oder sich ein lustiges Hütchen aufsetzt. Die wahren Helden aber kämpfen in aerodynamischer Radmontur und signalisieren so, dass ihr Visier hochgeklappt ist und man den Sieg anpeilt. Besonders stolze Rennfahrer setzen bewusst auf normales Strassenrennrad, um die Starter auf den Zeitmaschinen in eine unangenehme Erklärungsnot zu stürzen.

Seit Jahren erhält das Siegerpärchen einen feuchten Händedruck, eine unscharfe und liebevoll gestaltete Farbkopie, sowie ein lauwarmes Schultheiss gratis! Einzig einen ordentlichen Pokal bleibt der ESK den Strassenmeistern schuldig! Das gehört sich nicht und kann nicht weiter hingenommen werden. Sogar im winterlichen Störtebecker Cup gibt es eine sonderliche Trophäe zu gewinnen.
Das ist ab nun anders, denn ich entschloß mich, in einem Akt anarchischen Eigensinns, dem ESK einen würdigen Preis zu gestalten. Dieser Preis wird dem Vorstand des ESK in Kürze vorgestellt.

5 Comments
  • Twobeers on Samstag, der 17. Juni 2017

    Sehr schön ! Das Schultheiss allerdings ist jedes Jahr eiskalt. Dafür wird auch dieses Mal wieder Sorge getragen.

  • ritzelflitzer on Samstag, der 17. Juni 2017

    Das Bier ist eigentlich schon zu kalt. Aber egal – ich bin auf den Pokal gespannt.

  • CCW on Sonntag, der 18. Juni 2017

    Dann habe ich nur eine Erklärung warum unser Siegerbier zu warm war, die 26 Minuten haben nicht gereicht, um es zu kühlen, Micha hätte langsamer fahren sollen 🙂

  • Boom on Dienstag, der 20. Juni 2017

    Vermutlich wurde ein lauwarmes überreicht, da man davon ausging das solch großartige und überlegene Sportsmänner eh nur dran nippen. Das kalte wurde für die trinkfreudigen Genießer aufgehoben. Diesmal müßt ihr mexikanisch gekühltes, fast schon gallertartiges, Schultheiss auf Ex trinken.

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