Carl Constantin Weber

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GIRO DI´BERGAMO, 21/05/17, Zeichenworkshop, von der 1. Etappe direkt in die 15. Etappe,

Die Sonne schien schon sehr früh gleichzeitig durch zwei Fenster in mein Bett, an ein Ausschlafen war so nicht zu denken. Erst am Tag meiner Abreise fiel mir auf, dass mein Zimmer aussen auch über Fensterläden verfügte… dabei hatte ich in den letzten Tagen unzählige davon gezeichnet. Betriebsblind?
Mein Zimmer lag direkt neben der Kathedrale von Bergamo und zudem auf der Höhe des Glockenturms. Die Glocken schlugen direkt neben meiner Schlafstätte. Zum Glück hat man den Glocken in Bergamo ab 22 Uhr Bettruhe verordnet. Doch bevor die Glocken schlafen gehen müssen dürfen sie ca. 5 Minuten lang ungehindert sich in ihrem Turm austoben, was sie auch jeden Tag ausgelassen und lautstark ausnutzten.
Pünktlich und 7:30 Uhr stehen die Glocken dann wieder auf, Ihre gute Laune ist natürlich sofort hörbar.
Ich nahm mein Frühstück im Stehen in einem netten Café zu mir und traf mich um 9:00 Uhr mit der Gruppe. Alle erschienen pünktlich und sommerlich zurecht gemacht. Unser erstes Motiv war eine freistehende Säulenloggia mit Kreuzgewölben. An diesem Solitär ließ sich die Arbeit mit 2 Fluchtpunkten übersichtlich erproben.
Wir hatten uns für diesen Tag ein intensives und schnelles Pensum vorgenommen, denn am Nachmittag stand uns noch ein italienisches Spektakel ins Haus, welches wir nicht verpassen wollten.
Der Ausstoss an Zeichnungen war ungewöhnlich erfolgreich, die Gruppe erwies sich als arbeitsbereit und motiviert. In der Mittagspause eilte jeder für sich durch den Ort, um etwas essbares aufzutreiben. Durch das klare Licht wurden die Zeichnungen kontrastreich, die großen räumlichen Qualitäten des Ortes taten ihr übriges, um die Blätter lebendig zu gestalten.
Gegen Nachmittag begannen wir Fahrzeuge in unsere Stadtlandschaften zu integrieren. Italienische Kleinwagen standen geduldig vor historischer Kulisse Modell.

Wie wir erfahren hatten war, just am heutigen Tage, Bergamo das Etappenziel einer rasanten Giro D´Italia Etappe und unsere Vermieterin berichtet, dass der letzte steile Anstieg dieses Tagesabschnittes direkt hinter einer unserer Wohnungen erwartet würde. So postierten wir uns am Nachmittag in einer pittoresken Serpentinenkurve, um den Giro Tross zu beobachten.
Wir vertrieben uns die Zeit, bis zur erwarteten Ankunft, mit einer Zeichnung der Stadtserpentinen, inklusive Zuschauern. Mit dem sich Nähern des Pelotons steigerte sich die Stimmung der Zuschauer in immer größere Ekstase. Ein jeder verfolgte auf seinem Smartphone die Bewegungen des noch unsichtbaren Feldes. Kurz bevor das Peloton im Häusermeer auftauchen sollte erschienen mehr und mehr Helikopter die, über unseren Köpfen, für das Fernsehen das Fahrerfeld begleiteten. Am Stand der Helis konnte man genau verfolgen wo sich die Rennfahrer im Stadtdschungel bewegten. Schliesslich jagten heulende Polizeimotorräder und Alfa Romeos durch unsere Gasse, verfolgt von Teamfahrzeugen mit ungezählten Rennrädern auf dem Dach.
Endlich schossen die Fahrer die steile Strasse hinauf und die Zuschauer sprangen brüllend auf die Strasse, um ihre Helden anzufeuern. Erfüllt von diesem Erlebnis, mit einem Block gefüllt von Zeichnungen, machten wir uns auf den Weg zum Abendbrot.

Skizzen Portfolio

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