Taufsteinbasis für die St. Ulrich-Kirche Rastede, 2019-2022

  • Taufsteinbasis_Rastede-fertig_20
  • Taufsteinbasis_Rastede-fertig_14
  • Taufsteinbasis_Rastede-fertig_32
  • Taufsteinbasis_Rastede-fertig_84
  • Taufsteinbasis_Rastede-fertig_81
  • Taufsteinbasis_Rastede-fertig_53
  • Taufsteinbasis_Rastede-fertig_49

Taufsteinbasis für die St. Ulrich-Kirche Rastede, 2019-2022

Vorgeschichte

2019 fragte mich das Kirchenbauamt in Oldenburg, ob ich der St. Ulrichs-Kirche in Rastede eine Taufsteinbasis entwerfen könnte. In dieser Kirche aus dem 15. Jahrhundert befand sich ein prominenter Taufstein aus dem 13. Jahrhundert. Dieser Stein stand in der kapellenartigen Kirche stumpf auf dem Boden. Ihm fehlte sein ursprünglicher Sockel, der in vom Boden abhob und der vermutlich aus 3 oder 4 Löwengestalten bestanden haben muss, so wie es damals üblich war. Von dieser Basis existierte keine Überlieferung, es gibt aber eine Reihe von zeitgleichen Steinen in diese Region, die als Referenz galten. Man hatte von denkmalpflegerischer Seite sich entschlossen dem Stein wieder seine ursprüngliche Silhouette zu geben und ihn durch eine zeitgenössische Lösung dieser Basis zu vervollständigen.

Entwurf

Diese mutige Entscheidung dem Stein eine kontemporäre Lösung als Basis zu geben, die trotzdem mit dem wunderbaren historischen Hauptwerk korrespondieren sollte, reizte mich sehr und so fertige ich für die Gemeinde ein 1:5 Modell des Steins mit Basis an. Für die Erfindung der grundsätzlichen Grossform der Basis machte ich eine große Anzahl von Untersuchungen, die klären half ob die Basis aus 3, 4, 5 oder mehr Sockelelementen bestehen sollte. Das genau Modell half dabei sehr die Wirkung der verschiedenen Anzahlen zu prüfen. 

                                
Ikonographie

Letztendlich entschied ich mich für die bisher unbekannte Anordnung von 5 Dämonenfiguren in der Basis. 3 der Figurationen bedienten die historische Ikonographie und stellten das Böse als Löwen dar. Zwei der Dämonen Abbilder aber definierte ich neu. Mir schien in der heutigen Zeit, in der der Mensch dabei ist die Schöpfung zu ruinieren, es unpassend den Löwen weiterhin als glaubhaftes Abbild des Bösen zu nutzen. Aus unserer heutigen Sicht ist eher der Löwe ein bedrohtes Wesen, als dass der Mensch sich vor einem Untier zu fürchten hätte. So entwarf ich eine menschliche Gestalt, die einen verkleinerten Löwen in den Händen hält. Dieses Motiv ist eine Art Antagonist zu dem ursprünglichen Bild des Löwen, der eine verkleinerten Menschen zwischen den Krallen hat. Dieses Bild findet man hin und wieder in romanischen Kirchen.

Die 5. Figur hingegen gestaltete ich als fratzenhaftes Untier. Die Hyäne wird oft als die Verkörperung des hinterhältigen Aasfressers empfunden. Diese Auslegung tut dem Tier natürlich Unrecht, aber es ist nicht zu leugnen, dass die meisten Menschen mit der Gestalt der Hyäne ein Problem haben und diese fürchten. So ersetzt die Hyäne die urtümliche Furcht vor dem Löwen durch das Bild der Hyäne. 

Auftrag und Ausführung

2019 stellte ich dem Rat aus Gemeinde und Denkmalpflegern meinen Entwurf vor und erhielt den Auftrag. Allerdings erging der Zuschlag erst erheblich später, so dass ich im Herbst 2020 das 1:1 Modell zu modellieren begann. Im Februar 2021 war das Modell fertig und ich bestellte den Naturstein. Im Herbst 2021 war der Stein von mir fertig und fein ausgeführt und wurde im Oktober aufgestellt.Die Einweihung der Basis konnten wir, aufgrund der vielen Pandemiewellen erst im Oktober 2022 feiern.

   
links, 1:1 Gipsmodell mit Simulation des benötigten Steinblocks
 
 Der Steinblock wird zugerichtet (Baumberger Sandstein)
Stein in der Entstehung
Chronologie der Entstehung

2019 Anfrage Kirchenbauamt Oldenburg

2019 Entwurf 1:5 Modell und Präsentation

2020 Sommer Auftragserteilung

2021 Februar, Gipsmodell 1:1 fertig

2021 September, Taufsteinbasis aus Stein fertig

2021 Oktober Aufstellung 

2022 Oktober Einweihung

No Comments

Leave a Reply

Die Petruspforte für die Schlosskirche in Varel ist im Entstehen