WPM SoSe26, MANNIGFALTIG
Mannigfaltig
WPM
Konzept und Leitung
Prof. Constantin Weber
Werkstatt
Dipl. Des. Christina Salzwedel
Tragwerke aus Porzellan
Wir hatten im zurückliegenden Kurs SCHERBENKLEISTER ausgiebig Gelegenheit zu beobachten wie Porzellan sich verhält, weil wir den unperfekten Umgang zugelassen haben. Wir wollten die Studierenden nicht mit dem aufwändigen Prozess des Formenbaus belasten. Im Mittelpunkt stand spontanes räumliches Skizzieren. Die Fehlerhaftigkeit war Teil des Programms.
Der Wunsch die präzise grafische Wirkung des plastischen Materials auf architektonische Formen übertragbar zu machen beschäftigte mich aber weiter. Ich suchte ein Verfahren um kubische Formen und plane Flächen möglich zu machen.
Mich interessierte die Frage, ob sich das stabilisierende Prinzip der Faltung auf das Material Porzellan übertragen ließe? Würde eine aus vielen kleinen planen Flächen bestehende Tonne oder Sattelfläche in der Lage sein das Kollabieren der Großform zu verhindern, ohne eine natürliche durchgängige Kurve zu bilden? Reicht das „pixelartige“ Simulieren einer Kurve durch Faltung aus, um bei 1200 Grand stabil zu bleiben und nicht zu knicken?
Da Papier und Porzellan ähnlich präzise grafischen Wirkung haben wäre es reizvoll, wenn sie sich statisch ebenfalls ähnlich verhielten. Eine Papierfläche ist keine stabile Form. Erst durch Faltung fängt sich eine Fläche zu stabilisieren an. Papier lässt sich ungefaltet nur in eine Richtung wölben. Durch rapportartige Faltenmuster gewinnt Papier die Fähigkeit sich in mehrere Richtungen verformen zu lassen. Die Falten bilden gewissermaßen „Gelenkpunkte“ aus, die das Papier beweglich machen. Solche Faltenflächen lassen sich zu Sattel- und anderen geometrischen Oberflächen verwerfen. Spannt man solche gefalteten Flächen durch Fixierung ein entwickeln sie erstaunliche Tragkraft.
Die Kombination der Vorzüge von regelmäßigen Flächenfaltungen mit den Eigenheiten des Porzellans bietet die Chance das Zusammenwirken von Statik und Spannung sinnlich direkt zu erproben und nebenbei faszinierende Objekte aus Porzellan zu gestalten. Aus verschiedenen Gründen habe ich mich entschieden das Entwurfsmotiv im Wahlfach auf offene Körper zu beschränken. Kuppeln oder Flächentragwerke für z.B. Tankstellen, Servicehallen oder Pavillons sollen von den Studierenden gefaltet und für den Porzellanguss vorbereitet werden.

Tankstelle Inca, Mallorca
Die Ergebnisse meiner intensiven Voruntersuchungen und des anschließenden Wahlfaches finden sich auf dieser Seite. Im Herbst 2025 begann ich mit der Entwicklung eines Verfahrens. das ermöglichen sollte Papierfaltungen in Porzellanfaltungen zu verwandeln. Im Sommersemester 2026 war ich soweit das Thema für Studierende zu öffnen.
Prof. Constantin Weber
Fotos Constantin Weber, Natalie Fiedler, Leonie Richter, Steven Böhm

© CC Weber

Porzellanmodelle Constantin Weber


Porzellanmodelle Constantin Weber

Porzellanmodell Lea Tintemann



Porzellanmodelle Constantin Weber




Porzellanmodelle Leonie Richter



Porzellanmodelle Simon Rädecker


Porzellanmodelle Viktoria Ließ

Porzellanmodelle Alicia Hennig


Porzellanmodelle Carlos Habeck


Porzellanmodelle Rosalie Böser




Porzellanmodelle Steven Böhm


Porzellanmodelle Constantin Weber


Körperhafte Vormodelle Constantin Weber

