Carl Constantin Weber

Portfolio

Drunter und drüber

Im Laufe des Semester wird eine plastische Skulptur aus Gips entworfen. Das Material eignet sich zum Giessen, Modellieren und Kollagieren. Die Skulptur soll im weitesten Sinne ein Gebäude sein. Das Gebäude im Ganzen, aus dem Untergrund bis über die Oberfläche soll plastisch interpretiert werden.
In der Hauptsache geht es dabei um die gut lesbare Darstellung
der unterschiedlichen Zonen unter und über der Erde. Oberhalb des Bodens wird das Volumen von Außen erfahren, so wie eine Oberfläche. Ob man unter dieser Oberfläche tiefer Struktur spürt oder nicht, kann sehr unterschiedlich ausgelegt werden.
Der Wechsel in den Untergrund soll ausschließlich durch eine andere plastische Sprache der Modellierung dargestellt werden. Das Endringen in diese tiefere innere Gebäudewelt bietet die Chance deutliche Kontraste zur Welt über Null zu modellieren. Unterirdisch im Inneren des Gesteins, oberirdisch die Steine zusammenfügen.
Diese Übung führt nebenbei zu einer spielerischen Auseinandersetzung mit unseren Erwartungen und Sehgewohnheiten im Bezug auf Architektur. Da die Welt der Oberfläche zu großen Teilen aus in Gips abgegossenen Fundstücken* wie Formverpackungen, Getränkeflaschen oder anderen kleinmaßstäblichen Industrieprodukten gebaut werden soll, gilt es die Umwelt kritisch zu beobachten. Welches Fundstück* eignet sich für die Verwendung zu einem Objekt, das einem Gebäude ähneln soll. Umgekehrt stellt sich dieses Frage dann ebenso an zeitgenössische Architektur die unsere Sehgewohnheiten mehr und mehr ändert. Woran erinnert mich die Gestalt des Gebäudes mehr als an seine Aufgabe als Gebäude? Eine angenehme Art sich ein wenig ironisch mit den Moden unserer Zeit zu beschäftigen.
Bei der Darstellung der Unterwelt gilt es die Möglichkeiten zu entdecken, die sich beim Aufbrechen eines massiven Volumens erge- ben. Ähnlich einem Bildhauer der den Stein vom Block abträgt und in diesen eindringt.
Oben wird durch Zusammenfügen komponiert, Unten entsteht die Komposition durch Abtragen und Eindringen in das Volumen.