Carl Constantin Weber

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Eurocampus Zagreb, 1. Tag

Die Ankunft

Mein Gleichgewichtssinn wird auf eine harte Probe gestellt, als die Strassenbahn abrupt bremst und ich dafür bezahle, meine Hände nicht am schmierigen Haltebügel platziert zu haben und deshalb behäbig, aber unaufhaltsam,  an die benachbarten Passagiere stosse. Ein ältere kroatische Dame guckt mich missbilligend an, während ich meine Position vertikal nachjustiere. Mir ist heiss und ich habe deutlich zu viel Stofflagen am Körper.  Die mitfahrenden Kollegen lächeln mir aufmunternd zu. Wo sind wir? Sehen kann ich leider wenig, denn die Fenster enden 1 ½ Kopfhöhen unter meinem Augenhorizont. Das wir in Zagreb sind ist mir schon bewusst, aber wo genau der richtig Platz zum Verlassen des Schienenfahrzeugs sein soll kann ich so schwer feststellen. „Sei biegsam wie Bambus“ rät der Japaner und ich quetsche meinen Kopf tief genug herab, um aus dem Fenster zu linsen.

Vor zwei Tagen war ich nach Köln gefahren, von dort, nach einer herzlichen Geburtstagsfeier,  weitergereist, um mit unseren internationalen und einheimische Studenten ein Projekt in Kroatien zu bearbeiten. Bei Reiseantritt waren die Temperaturen empfindlich kalt gewesen, dementsprechend sah mein Reisegepäck aus. Leider entschloss sich noch in Köln das Wetter dazu kurzzeitig sommerähnliche Werte zu erreichen.

So zuckelten wir nun in der Strassenbahn von Zagreb gemeinsam, in Wollanzügen, Westen und von Schals gewärmt durch spätsommerliches Licht. Die Bahn war so voll, dass die Nichtbenutzung der verschmähten Haltegriffe lediglich dazu führte die Nachbarn zu belästigen, aber nicht ausreichten um umzufallen.

Wir waren vorausgeflogen und befanden uns auf dem Weg zum deutschen Botschafter und seiner Frau. Man hatte uns sehr freundlichst eingeladen gemeinsam beim Abendessen das bevorstehende Projekt zu besprechen und wollte uns so willkommen heissen.

Unsere Studenten sollten einige Stunden nach uns landen. Ein erster Erkundungstrip durch das besondere Stadtbild der Hauptstadt Kroatiens machte Appetit auf mehr, mehr Architektur und ein gediegenes Abendbrot. Die Kollegen waren, zu meiner großen Erleichterung sehr positiv beseelt von den sich abzeichnende Möglichkeiten und der Vielfalt des Ortes.

Ein herzlicher und spannender Abend in der Botschaftsresidenz beschloss den Tag.

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